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Mehr als Wohnen ...

Teil einer nicht rassistischen Politik muß es sein, das knappe Gut günstiger Unterkünfte auch jenseits des üblichen SympathisantInnenkreises und über Sprachgrenzen hinweg zugänglich zu machen.

Eines der seit langen Jahren aktiven Zentren antirasistischen Widerstands, das gerade jetzt an Bedeutung gewinnt, bietet auch Wohnraum an. Die Deserteurs- und Flüchtlingsberatung setzt sich vor allem über den Weg individueller Rechtsberatung und Interventionen gegen gesetzliche und gesellschaftliche Ausgrenzung ein. Mit dem vorliegenden Projekt sollen die Handlungsebenen dieser beiden Vereine auf dem Bereich des Wohnens und Zusammenlebens erweitert werden.

Teil einer nicht rassistischen Politik muß es sein, das knappe Gut günstiger Unterkünfte auch jenseits des üblichen SympathisantInnenkreises und über Sprachgrenzen hinweg zugänglich zu machen. Gerade Wien zeichnet sich durch einen ausbeuterischen Wohnungsmarkt gegenüber von der Gesellschaft Entrechteten aus. Einigen wenigen Menschen soll durch die Verwirklichung des Projekts die Möglichkeit geboten werden, zu günstigen Bedingungen davon unabhängig wohnen zu können. Das Anbieten von Wohnplätzen wäre insofern an sich bereits ein wichiger solidarischer Schritt.

Darüber hinaus ist es aber das Ziel, nicht unverbindlich "nebeneinander" zu leben, sondern durch das Zusammenleben jenen Alltagskontakt zwischen Flüchtlingen und Mehrheitsbevölkerung zu schaffen, der auch in antirassistischen Bewegungen zu häufig fehlt. Dieses gemeinsame Wohnen von Flüchtlingen und MehrheitsösterreicherInnen kann ein Schritt zur Realisierung antirassistischer Politik auch in der persönlichen Alltagspraxis sein.
Für die Flüchtlinge hat diese Wohnform weiters den Vorteil, daß für alltägliche Probleme (z.B. Orientierung auf dem Stadtplan, Sprachprobleme, Suche einer Nummer im Telefonbuch,...) ohne großen Aufwand sofortige Hilfestellung möglich ist. Damit kann ein Stück Verantwortung für das eigene Leben zurückgewonnen werden, was besonders bei der Umorientierung von entwürdigenden Wohnformen (z.B. bei Entlassung aus Flüchtlingslagern, Schubhaft,...) zum Tragen kommt.

Das generelle Ziel ist die Realisierung eines für beide Seiten konstruktiven Zusammenlebens von Flüchtlingen und ÖsterreicherInnen. Es geht nicht um Integration in "die" Gesellschaft, sondern um die Etablierung einer Alltagskultur zwischen Menschen verschiedener Herkunft, um das Austarieren von Kontakt und Abgrenzung, um Konfliktfähigkeit und Kompromißfähigkeit und um eventuelle politische Zusammenarbeit. Diese Ziele werden von vielen politischen Gruppen und Einzelpersonen artikuliert und diese UnterstützerInnen soll die Möglichkeit geboten werden, diese auch in der Praxis mitzutragen.

Uns ist bewußt, daß die Zeiten härter werden - gerade deshalb halten wir das Projekt für wichtig, denn Wohnen kann mehr sein.....!
Mit Ihrer Spende leisten Sie einen wesentlichen Baustein für den Ausbau des Wohnprojekts um ein Zimmer...
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